Alles zum Thema Zahnschmerzen

Keiner will sie, dabei wollen sie nur helfen: Schmerzen sind die Alarm-Anlage unseres Körpers, ein lebenswichtiges Signal, das uns rechtzeitig warnt, wenn etwas nicht stimmt. So können wir etwas gegen die Gefahr tun. Das hat sich die Natur toll ausgedacht, klappte früher aber nicht immer so gut wie heute. In der Steinzeit müssen die Menschen ständig Zahnschmerzen gehabt haben. Archäologische Befunde zeigen, dass sie das Gesteinsmehl der Mörser mit ihrem Getreidebrei gegessen haben und die Zähne damit abschmirgelten. Wir haben es dagegen gut: Welchen Schmerz Sie auch spüren, wir sind für Sie da, um die Ursache zu finden und zu behandeln.

Gibt es unterschiedliche Arten von Zahnschmerzen?

Oft kommt er plötzlich: Ein Biss auf Eis und Schmerz durchzieht jäh die Backe. Manchmal schleicht er sich langsam heran, verstummt wieder, um bald darauf noch dramatischer aufzuflackern. Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Doch im Allgemeinen werden Nerven dabei gereizt. Das Gewebe des Zahnnervs liegt normalerweise sicher geschützt von Zahnschmelz und Zahnfleisch im Innenraum der Zähne. Wird er jedoch durch Bakterien, Verletzungen oder Chemikalien angegriffen, reagieren die Fasern äußerst sensibel.

Wir Zahnärzte unterscheiden zwei Arten von Zahnschmerzen: den idiopathischen und den sympathischen Zahnschmerz. Der idiopathische hat sein Zentrum direkt im Zahn, der sympathische strahlt nur auf das Zahnnervengewebe aus und der Ursprung liegt woanders.

Darüber hinaus ist es für uns wichtig, dass Sie Ihren Zahnschmerz möglichst genau beschreiben, damit wir die Ursachen schnell finden können. Spüren Sie ihn nur bei Reizen durch Kälte oder wenn Sie warme Speisen essen? Zieht der Schmerz stark oder klopft er? Oder wurde er immer stärker und hörte plötzlich auf? Auch das ist ein Alarm-Signal.

Welche Ursachen könnten meine Zahnschmerzen haben?

Reagiert der Zahnnerv schmerzlich auf Kälte oder Wärme, ist das meistens ein Hinweis auf am Zahnschmelz nagende Kariesbakterien. Zieht er stark nach einem Kältereiz wie einem kalten Luftzug, hat sich das Nervengewebe wahrscheinlich entzündet. Pocht der Schmerz dumpf, am meisten abends, kann es sein, dass ein Zahnnerv abstirbt, sodass eine Wurzelkanalbehandlung nötig wird, eventuell auch Antibiotika. Zum Beispiel.

Wenn Sie Ihren Zahnschmerz beschrieben haben, werden wir Ihre Zähne untersuchen und beispielsweise mithilfe eines Kältesprays den genauen Tatort von Bakterien in Ihrem Zahn aufdecken können. Es gibt jedoch weit mehr mögliche Ursachen von Zahnschmerzen und empfindlichen Zähnen als Karies: freiliegende Zahnhälse. Paradontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparats und des Zahnbetts. Durchbrechende Weisheitszähne. Knochenentzündungen. Zähneknirschen. Der Bruch einer Prothese. Auch nach dem Ziehen eines Zahnes sind Schmerzen zu spüren. Ein sogenanntes „Barotrauma“ ist denkbar, wenn Sie schmerzhaft auf Druckunterschiede reagieren. Dann spüren Sie beispielsweise beim Fliegen, dass Hohlräume entstanden sind, weil Füllungen oder Kronen undicht waren. Dies ist nur ein Auszug aus dem großen Register an schmerzhaften Zahnerkrankungen, das Zahnmediziner kennen.

Zudem können akute Zahnschmerzen von anderen Krankheiten ausgelöst werden wie einer Entzündung der Nasennebenhöhlen. Ohrenschmerzen strahlen manchmal bis zu den Zähnen aus. Kopfschmerzen werden mitunter von Zahnschmerzen begleitet, etwa bei Migräne. Zysten im Kieferbereich sind denkbar. Entzündete Gesichtsnerven bringen quälende Schmerzattacken mit sich. Sind alle Zähne in Ordnung, ist Ihr Hausarzt der beste Ansprechpartner.

In ganz seltenen Fällen weisen Zahnschmerzen auf einen Herzinfarkt hin. Dann sind sie aber nicht das einzige Symptom. Schmerzen hinter dem Brustbein, die bis in die linke Schulter ausstrahlen, kommen hinzu und schwere Atemnot: Das ist ein Notfall, bei dem bitte sofort der Notarzt gerufen werden muss!

Mein Kind hat Zahnschmerzen – wie ernst muss ich sie nehmen und was kann ich tun?

Auch bei Kindern ist Karies oft die Ursache von Zahnschmerzen. Sogar die Milchzähne können betroffen sein, ihr Schmelz ist dünner als der von bleibenden Zähne und deshalb besonders anfällig. Von Milchzucker und Zucker in anderen süßen Getränken, die Kinder gerne trinken, ernähren sich auch die Kariesbakterien. Deswegen ist die Zahnpflege von Anfang an so wichtig!

Schnell handeln sollten Sie, wenn Ihr Kind einen Zahn verloren hat, zum Beispiel nach einem Sturz oder Stoß durch Schaukel oder Wippe auf dem Spielplatz. Schulen haben für solche Fälle Zahnrettungsboxen vorrätig, in denen der Zahn sicher aufbewahrt werden kann. Ist die Zahnwurzelhaut unversehrt, kann der Zahnarzt ihn wieder einsetzen. Die Chancen für eine komplette Heilung sind sehr gut. Ist keine Rettungsbox greifbar, können Sie den Zahn auch in Milch legen – das ist auf jeden Fall besser als in Wasser oder gar in ein Taschentuch. In jedem Fall so schnell wie möglich zum Zahnarzt samt Kind und Zahn!

Ganz normal sind Zahnschmerzen bei Kindern, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen. Dann bringt schon das Beißen an einem Gummiring oder Löffel Erleichterung. Eine gemeinsame, extralange Zahnputzparty der ganzen Familie kann über die Schmerzen hinwegtrösten und den Zähnen beim Wachsen helfen. Erklären Sie Ihrem Kind liebevoll, was in seinem Mund passiert und befühlen Sie zusammen die Knospen, unter denen der neue Zahn schon ungeduldig darauf wartet, schon bald im Mund zu strahlen.

Bei größeren Kindern könnten Fehlstellungen im Gebiss oder Platzmangel beim Durchbruch der bleibenden Zähne Zahnschmerzen verursachen. Deshalb ist es in diesen Zeiten besonders wichtig, alle Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Kinderarzt und Zahnarzt wahrzunehmen.

Können Zahnschmerzen gefährlich sein?

Zahnschmerzen an sich sind nicht gefährlich, sondern nur Signal einer Ursache, die gefährlich sein kann. Zum Beispiel, wenn giftige Substanzen in die Blutbahnen gelangen, Entzündungen das Immunsystem herausfordern oder ein toter Zahn sich zersetzt und Leichengifte absondert. Wenn es so weit gekommen ist, liegt das schmerzhafte Ereignis im Allgemeinen eine Weile zurück. Dann ist das Fehlen von Zahnschmerz gefährlich, weil der Zahnnerv tot ist und nicht mehr melden kann, was in der Zahnhöhle geschieht: Wie der Zahn langsam verkümmert, weil kein Dentin mehr nachwächst und der Zahn keine Nährstoffe erhält. Er wird mit der Zeit gräulich braun. Im nicht versorgten Zahnmark können sich Bakterien besonders gut vermehren. Dauert die Entzündung an, wackelt der Zahn und der Mundgeruch stinkt nach Eiter – ein Hinweis auf Abszesse, die sehr gefährlich werden können und dringend behandelt werden müssen!

Stimmt es, dass Zahnschmerzen von Stress kommen können?

Wer durch Stress im wahrsten Sinne genervt ist, kann die Reizung überall spüren, auch an den Zahnnerven. Vor allem, wenn man dann im wahrsten Sinne die Zähne zusammenbeißt, um alle Aufgaben zu bewältigen. Finden sich keine Ursachen an den Zähnen, bieten sich Entspannungsmethoden an, um die Seele zu entlasten. Denn Stresssituationen können auch zu nächtlichem Zähneknirschen führen, das die Zähne tatsächlich schwer schädigen kann.

Welche Schmerzmittel empfehlen sich bei Zahnschmerzen?

Arzneimittel wie Ibuprofen und Paracetamol wirken bei Zahnschmerzen gut. Nur auf Aspirin bitte verzichten, denn der darin enthaltende Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt die Blutgerinnung; das kann bei der zahnärztlichen Behandlung problematisch werden.

Sind die Apotheken geschlossen und ist der Schmerz nicht zu stark, empfehlen sich einige Hausmittel: Bei leichten bis mittleren Zahnschmerzen helfen eine kalte Kompresse oder mit einem Geschirrtuch umwickeltes Eis, die an die Backe über der schmerzenden Stelle gedrückt werden. Wärme verstärkt dagegen meistens den Schmerz.

Gewürznelken sind der zweite Klassiker, den schon die alten Römer schätzten. Vorsichtig, aber möglichst nah am schmerzenden Zahn zerbeißen, damit der Wirkstoff Eugenol die Stelle betäuben kann. Oder mit Nelkenöl bestreichen.

Kamille, Minze und Salbei hemmen mit ihren Inhaltsstoffen die Vermehrung von Bakterien und also die Ausbreitung der Entzündung. Dafür Blätter und Blüten mischen, mit heißem Wasser übergießen und den Tee zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen. Dann den Mund füllen und ein bis zwei Minuten lang ausspülen. Falls mal wieder Wochenende ist und Sie die Kräuter nicht zuhause haben, können Sie den Mundraum auch mit Salzwasser desinfizieren. Tee wie Salzlösung nicht trinken, sondern höchstens zwei Minuten mit geschlossenem Mund spülen und anschließend ausspucken!

Wann sollte ich mit Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen?

Manchmal sind die Zahnschmerzen nach einer besonders gründlichen Mundpflege weg, weil drückende Speisereste aus den Zahnzwischenräumen entfernt wurden oder eine fluoridhaltige Zahnpasta Karies den Garaus gemacht hat und sich ungehindert neues Dentin bilden konnte. Bei folgenden Zahnschmerzen sollten Sie jedoch nicht länger warten:

– Die Zahnschmerzen bleiben trotz gründlicher Zahnpflege.
– Sie haben Schmerzen beim Kauen.
– Die Zahnschmerzen kommen plötzlich und/oder werden schlimmer.
– Das Zahnfleisch blutet häufig.
– Sie spüren Schwellungen im Mund oder im Gesicht.
– Sie haben Zahnschmerzen und Fieber.

In diesen Fällen vereinbaren Sie möglichst gleich einen Termin mit uns!

Wir sind für Sie da

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