Alles über Karies

Karies und Baktus kennt fast jedes Kind. Die beiden „Zahntrolle“ sollen Kinder animieren, ordentliche Zahnpflege zu betreiben und so auch Karies vorzubeugen. Aber was ist Karies eigentlich? Und vor allem: Welche Möglichkeiten der Vorsorge und der Behandlung gibt es, wenn die Zähne schon erkrankt sind?

Was ist Karies?

Karies ist eine Infektion mit Bakterien, die die Zähne angreifen. Die ersten kalkig hellen Flecken der „Initialkaries“ sind kaum sichtbar, aber es lösen sich bereits Mineralien aus dem Zahnschmelz. Schreitet die sogenannte „Zahnfäule“ voran, entstehen Löcher, die an dunkler werdenden Verfärbungen gut zu erkennen sind. Je tiefer die Verletzungen der Zahnoberflächen werden, desto wahrscheinlicher treten Schmerzen auf. Im zweiten Stadium, der „Dentinkaries“, ist bereits das Zahnbein angegriffen, das hauptsächlich aus Dentin besteht. Im dritten Stadium, der „tiefen Zahnkaries“, kann die Erkrankung die Pulpa erreichen. Wenn sich Nerven entzünden, führt dies meistens zu starken Schmerzen und der Mundgeruch kann faulig riechen. Falls zu diesem Zeitpunkt nichts unternommen wird, muss der Patient mit einem Abszess rechnen und dem Befall von Zahnfleisch, Knochen und Bändern. Die Schmerzen sind sehr stark und es droht Zahnausfall.

Was fördert die Entstehung von Karies?

Wie andere bakterielle Infektionen auch ist Karies ansteckend. Andererseits ist es normal, dass wir in unserem Mundraum bis zu 700 unterschiedliche Bakterien haben. Fast alle Menschen tragen auch Kariesbakterien im Mund. Es müssen jedoch noch weitere Faktoren hinzukommen, damit die Erkrankung ausbricht. Dabei spielen das Essverhalten, die Zahnhygiene und das Immunsystem die wichtigsten Rollen. Denn Kariesbakterien ernähren sich vor allem von Zucker. Sie spalten ihn auf und sondern Säuren ab, die die Mineralien aus dem Zahnschmelz lösen. Vor allem süßes Essen mit Fruchtzucker, Haushaltszucker und Traubenzucker fördert deshalb die Vermehrung der Kariesbakterien.

Werden die Zähne nicht gründlich gereinigt, bieten vor allem Zahnzwischenräume und Zahnkronen ideale Bedingungen für die Bildung von Karies. Wichtig ist außerdem ein ausreichender Speichelfluss, der durch ausreichendes Trinken angeregt wird. Im Speichel sind nämlich Mineralien, die den Zahnschmelz aufbauen können. Zudem spült er die schädlichen Säuren teilweise weg. Nur zuckerhaltige Getränke sollten es nicht sein.

Drittens kann ein starkes Immunsystem Bakterien viel besser unter Kontrolle halten als eine beispielsweise durch Diabetes oder andere chronische Erkrankungen geschwächte Abwehr.

Wie kann ich Karies verhindern?

Die fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung ergab: Acht von zehn der 12-jährigen Kinder (81 Prozent) sind heute kariesfrei. Bei den jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) ist die Anzahl der Zähne mit Karieserfahrung seit 1997 um 30 Prozent zurückgegangen (auf 4,9 Zähne).

Ergebnisse wie diese sind der zunehmend guten Vorsorge zu verdanken: Regelmäßige Zahnarztbesuche sowie sorgfältiges Zähneputzen.

Zu Beginn einer Infektion mit Karies kann der Zahnbelag mit den schädlichen Bakterien durch Putzen entfernt werden. Eine fluoridhaltige Zahnpasta sorgt dafür, dass die zerstörte Schmelzschicht wieder aufgebaut wird.

Bei Kindern kann eine Fissuren-Versiegelung helfen. In der Gruppe der 12-Jährigen mit versiegelten Zähnen haben laut Studie 70,3 Prozent keine Karies, Kinder ohne Versiegelungen dagegen dreimal so häufig.

Wie wird Karies behandelt?

Ohne Behandlung schreitet Karies immer weiter voran. Zwei Vorsorgeuntersuchungen jährlich dienen deshalb dazu, Kariesbefall schon im ersten Stadium zu entdecken, wenn er durch Fluorid in der Zahnpasta, fluoridhaltiges Gel oder Lack und eine gründliche, professionelle Zahnreinigung noch zu stoppen ist. Weil die ersten „Kalkflecken“ kaum zu sehen sind, untersucht Ihr Zahnarzt alle Zähne gründlich mit einem kleinen Vergrößerungsspiegel.

Eine Röntgenuntersuchung kann tiefere Karies aufdecken. Der Zahnarzt entfernt das betroffene, zerstörte Zahngewebe anschließend. Weitere Möglichkeiten sind eine Entfernung mittels eines speziellen Gels, das nach dem Bohren in den Zahnschmelz gegeben wird. Manchmal ist auch Lasern möglich.

Sind Karies und die erkrankten Gewebe entfernt sowie Entzündungen erfolgreich behandelt, können Zahnfüllungen eingesetzt werden. Zu unterscheiden sind plastische oder Einlagefüllungen. Manchmal ist eine Krone nötig. Mehr dazu unter den Stichworten Inlays oder auch Zahnkronen.

Wird mein Karies-Behandlung von der Versicherung gezahlt?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt zu 100 Prozent die Kosten für plastische Füllungen der Seitenzähne aus Amalgam und im vorderen Bereich auch für Kompositfüllungen. Diese Kunststofffüllungen haben die Farbe der Zähne.

Wenn andere Füllmaterialien bevorzugt werden, können Mehrkosten entstehen. Haben Sie eine Zahnzusatz-Versicherung? Dann informieren Sie bitte Ihren Zahnarzt vor der Behandlung, damit er die Leistungen prüfen kann.

Was kostet eine Karies-Behandlung?

Der Kostenplan kann sehr unterschiedlich ausfallen, je nach den krankheitsbedingten Bedürfnissen und individuellen Wünschen des Patienten. Bei Kindern, Schwangeren und Menschen mit schweren Nierenkrankheiten übernehmen die Krankenkassen beispielsweise auch im Seitenzahnbereich Zahnfüllungen aus Zement.

Sie könnten selbst eine Kompositfüllung wählen, bei der Ihr Zahnarzt die Mehrschichttechnik anwendet. Dabei werden mehrere Schichten nacheinander ausgehärtet, damit keine Risse entstehen, durch die wieder Karies eindringen könnte. Mit einer Mehrfarbtechnik kombiniert wird diese Behandlung höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht, jedoch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Auch für Gold- oder Keramikzahnfüllungen muss mit zusätzlichen Kosten zwischen rund 200 und 800 Euro gerechnet werden.

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